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  • Video-Podcast oder nur Audio? Der ehrliche Vergleich
  • Video-Podcast oder nur Audio? Der ehrliche Vergleich

    52 Prozent der Podcast-Hörer in Deutschland bevorzugen Video, bei unter 30-Jährigen sind es 60 Prozent. Diese Zahlen beschreiben allerdings, wie Menschen Unterhaltungs-Podcasts konsumieren — ein B2B-Fachgespräch wird anders gehört, nämlich häufig nebenbei. Der eigentliche Wert von Video liegt deshalb selten im Anschauen der ganzen Folge, sondern in Kurzvideos, in YouTube als Suchkanal und darin, dass Gesichter zur Marke gehören. Video verdoppelt den Produktionsaufwand ungefähr. Audio reicht bei internen Formaten, hoher Frequenz und reinen Fachgesprächen. Dazwischen liegt ein Mittelweg, den kaum jemand nennt.
    14. September 2026 durch
    Mert Ilter

    Sie wollen beide Varianten einmal nebeneinander sehen? 

    Studio in der HafenCity ansehen — 20 Minuten, kostenlos.


    Was sagen die Zahlen zum Video-Podcast?

    Sie sagen eindeutig: Video wächst, und bei jüngeren Zielgruppen ist es bereits die Mehrheit.

    Kennzahl (Deutschland 2026)Wert
    Hörer, die Video-Podcasts bevorzugen52 %
    Regelmäßige Hörer, die Video konsumieren40 %
    Bei unter 30-Jährigen60 %
    Davon schauen auf YouTube76 %
    Davon schauen auf Spotify50 %
    Podcast-Nutzer in Deutschland insgesamt23,8 Mio. gelegentlich, 19,9 Mio. regelmäßig

    An dieser Stelle endet der übliche Fachbeitrag mit der Empfehlung, Video zu produzieren. Die Zahlen sind schließlich deutlich.

    Nur messen sie etwas, das mit Ihrem Unternehmenspodcast vermutlich wenig zu tun hat.

    Video-Podcast oder Audio: Warum die Zahlen nicht für jeden gelten

    Diese Erhebungen beschreiben Podcast-Nutzung insgesamt — und das ist überwiegend Unterhaltung. Gesellschaftsformate, Comedy, True Crime, große Interviewshows. Solche Folgen werden abends geschaut, auf dem Sofa, mit Aufmerksamkeit für das Bild.

    Ein Fachgespräch über Beschaffungsprozesse in der Industrie wird anders gehört. Nämlich meistens: im Auto, beim Sport, beim Aufräumen, zwischen zwei Terminen. Das ist keine Abwertung, im Gegenteil — es ist die Stärke des Formats. Fachinhalte erreichen Menschen in Zeiten, in denen kein anderes Medium sie erreicht.

    Nur sieht in diesen Zeiten niemand hin.

    Wer also aus den 52 Prozent ableitet, sein B2B-Podcast brauche Video, damit die Leute die Folge lieber anschauen, argumentiert an der eigenen Zielgruppe vorbei.

    Das heißt nicht, dass Video sich nicht lohnt. Es heißt, dass es sich aus anderen Gründen lohnt als den genannten. Und diese Gründe sind es wert, sauber benannt zu werden — ein Hinweis darauf steckt schon in der Tabelle oben: 76 Prozent schauen auf YouTube. YouTube ist aber nicht nur eine Videoplattform, sondern die zweitgrößte Suchmaschine der Welt. Wer dort auftaucht, wird gefunden, nicht nur angeschaut.

    Was kostet Video im Vergleich zu Audio wirklich?

    Video verdoppelt den Produktionsaufwand ungefähr. Nicht weil die Kamera teuer wäre, sondern weil an vier Stellen Arbeit hinzukommt.

    Beim Aufbau. Licht ist der große Unterschied. Ton braucht ein Mikrofon und einen ruhigen Raum. Bild braucht Licht, das sitzt, einen Hintergrund, der etwas taugt, und Menschen, die wissen, wohin sie schauen.

    Während der Aufnahme. Bei Audio ist eine unglückliche Kopfhaltung egal. Bei Video nicht. Es gibt mehr, worauf zu achten ist, und das merkt man auch den Gesprächen an — weshalb der Einstieg oft steifer wirkt.

    Beim Schnitt. Bildschnitt kommt zum Tonschnitt hinzu, dazu Farbangleichung und bei mehreren Kameras die Auswahl der Perspektive. Das ist der größte einzelne Posten.

    Bei der Nachbereitung. Titelbilder, Kurzvideos, Formatanpassungen für verschiedene Netzwerke. Hier entsteht allerdings auch der eigentliche Gegenwert — dazu gleich mehr.

    Was das in Zahlen bedeutet, hängt stark vom Anspruch ab. Eine ausführliche Aufstellung unserer Preise steht im Beitrag zu den Produktionskosten.

    Wann reicht ein Audio-Podcast?

    In vier Fällen ist reines Audio die vernünftigere Entscheidung.

    Bei internen Formaten. Ein Podcast für die eigene Belegschaft wird meistens nebenbei gehört, oft im Arbeitsalltag. Bild bringt hier kaum Mehrwert, kostet aber vollen Aufwand.

    Bei hoher Frequenz. Wer wöchentlich veröffentlicht, produziert mit Video schnell Kosten, die sich schwer rechtfertigen lassen. Audio hält diese Frequenz aus, Video oft nicht.

    Bei reinen Fachgesprächen ohne Gäste von außen. Wenn immer dieselben zwei Personen über Fachthemen sprechen, bringt das Bild nach der dritten Folge wenig Neues.

    Wenn die Alternative wäre, gar nicht anzufangen. Das ist der wichtigste Punkt. Ein laufender Audio-Podcast ist jedem geplanten Video-Podcast überlegen, der wegen Aufwand und Budget nie beginnt. Wer unsicher ist, startet mit Audio und ergänzt später — der umgekehrte Weg ist deutlich schwerer.

    Keiner dieser vier Fälle trifft auf Sie zu? Dann lohnt sich ein Blick darauf, wie Video konkret aussieht — bevor Sie es budgetieren. Unser Studio in der HafenCity hat drei Sets, und zur Besichtigung gehören 15 Minuten Testdreh. 20 Minuten insgesamt, kostenlos, ohne Verkaufsgespräch.

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    Wann lohnt sich der Video-Podcast?

    Video lohnt sich, wenn Sie mehr damit vorhaben als die Folge selbst. Das ist die kürzeste ehrliche Antwort.

    Wenn Kurzvideos entstehen sollen. Das ist in der Praxis der häufigste und beste Grund. Aus einer Aufnahme entstehen mehrere kurze Ausschnitte im Hochformat, die über Wochen ausgespielt werden. Diese Ausschnitte erreichen regelmäßig mehr Menschen als die vollständige Folge — wie sich das aufteilen lässt, steht im Beitrag über mehrere Inhalte aus einer Aufnahme.

    Wenn YouTube als Kanal mitgedacht wird. Weniger als Videoplattform, mehr als Suchmaschine. Ein Fachgespräch, das dort mit einem klaren Titel liegt, wird Monate später noch gefunden. Zur Einordnung der dortigen Zahlen haben wir über die neue Zählweise bei YouTube-Aufrufen geschrieben.

    Wenn Personen zur Marke gehören. Bei Formaten, in denen die Geschäftsführung oder Fachleute des Hauses auftreten, ist das Gesicht Teil der Botschaft. Vertrauen entsteht über Menschen, und Menschen erkennt man.

    Wenn Sie Gäste einladen. Gäste teilen eine Folge deutlich eher, wenn sie darin zu sehen sind. Das ist banal, aber es wirkt — und es ist ein wesentlicher Grund, warum Gästeformate mit Video besser laufen.

    Der Mittelweg: Audio aufnehmen, Kamera mitlaufen lassen

    Zwischen beiden Varianten liegt eine dritte, die selten genannt wird: Audio als Hauptformat, eine Kamera läuft mit — aber nicht mit dem Anspruch, die ganze Folge anschaubar zu machen.

    Der Gedanke dahinter: Der größte Nutzen von Video sind ohnehin die Kurzvideos. Für Ausschnitte von dreißig bis sechzig Sekunden braucht es kein Mehrkamera-Setup und keine aufwendige Bildgestaltung. Es braucht ein ordentliches Bild, brauchbares Licht und guten Ton — den haben Sie für das Audioformat sowieso.

    Was dabei realistisch entsteht:

    Aus einer AufnahmeMit MittelwegMit voller Videoproduktion
    Vollständige FolgeAudio, überall verfügbarVideo, anschaubar
    Kurzvideos2 bis 3 je Folge3 bis 5 je Folge, hochwertiger
    YouTubeUpload mit Standbild möglichvolle Folge als Video
    Mehraufwand gegenüber Audiogeringetwa doppelt

    Für viele Unternehmen ist das der vernünftigste Einstieg: Es kostet wenig mehr als Audio, deckt aber den Nutzen ab, wegen dem die meisten überhaupt über Video nachdenken. Und wenn sich nach einem halben Jahr zeigt, dass die Kurzvideos funktionieren, ist die Entscheidung für volle Videoproduktion auf Daten gestützt statt auf eine Vermutung.

    Ob die Produktion dabei im Haus bleibt oder nach außen geht, ist eine eigene Frage — dazu haben wir im Beitrag selbst produzieren oder beauftragen geschrieben.

    Häufige Fragen zu Video-Podcast und Audio

    Wie viele Menschen schauen Podcasts wirklich als Video?

    In Deutschland bevorzugen 52 Prozent der Hörer Video-Podcasts, bei unter 30-Jährigen sind es 60 Prozent. 40 Prozent der regelmäßigen Hörer konsumieren Video. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf Podcast-Nutzung insgesamt, die überwiegend aus Unterhaltung besteht — bei Fachformaten liegt der Anteil erfahrungsgemäß niedriger.

    Ist ein Video-Podcast teurer als ein Audio-Podcast?

    Ja, ungefähr doppelt so aufwendig. Der Unterschied entsteht durch Licht und Bildaufbau, höheren Aufwand während der Aufnahme, zusätzlichen Bildschnitt mit Farbangleichung und die Nachbereitung für verschiedene Formate.

    Lohnt sich Video für einen internen Podcast?

    Meistens nicht. Interne Formate werden überwiegend nebenbei gehört, im Arbeitsalltag. Das Bild bringt dort wenig Mehrwert, verursacht aber den vollen Mehraufwand. Die Ausnahme sind Formate, in denen etwas gezeigt wird — Produkte, Abläufe, Orte.

    Kann man mit Audio anfangen und später auf Video wechseln?

    Ja, und das ist meistens der klügere Weg. Ein laufendes Audioformat später um Video zu ergänzen, ist deutlich einfacher als der umgekehrte Weg. Wichtig ist nur, die Tonqualität von Anfang an ernst zu nehmen, weil sie sich später nicht nachbessern lässt.

    Was ist wichtiger, gutes Bild oder guter Ton?

    Ton. Zuschauer verzeihen ein mittelmäßiges Bild, schlechten Ton schalten sie ab. Das gilt auch für Video-Podcasts und ist der Grund, warum bei begrenztem Budget zuerst in Mikrofone investiert werden sollte und erst danach in Kameras.


    Wenn Sie gerade zwischen beiden Varianten stehen: Der Unterschied lässt sich in zwanzig Minuten ansehen, statt ihn zu budgetieren. Unser Studio in der Hamburger HafenCity hat drei Sets, und zur Besichtigung gehören fünfzehn Minuten Testdreh — kostenlos und ohne Verkaufsgespräch.

    Danach wissen Sie, ob das Bild für Ihr Format tatsächlich etwas beiträgt. Und wenn die Antwort Audio lautet, ist das ein ebenso brauchbares Ergebnis.

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